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Was ist SRE? Prinzipien und Praktiken erklärt

SRE (Site Reliability Engineering) trägt zur Reduzierung typischer Probleme bei, mit denen Entwickler- und Operations-Teams während Releases konfrontiert sind.
SRE verbessert die Zuverlässigkeit, die Verantwortlichkeit und das Innovationspotenzial, indem es dafür sorgt, dass Anwendungen bei jedem Update stabil bleiben.
Messung, Reaktion, Erkenntnisse und Verbesserung sind die vier Hauptkomponenten, auf denen SRE basiert.
Effektives SRE beginnt auf der Führungsebene, ist aber auch auf eine starke Teamstruktur und geteilte Verantwortung angewiesen, damit zuverlässige Ergebnisse erzielt werden können.
JSM kann dir helfen, die Incident Response zu vereinfachen und SRE effektiv zu implementieren.
Die Entwicklung und Veröffentlichung von Software beinhaltet viele bewegliche Teile und die teamübergreifende Koordination von Launches kann eine Herausforderung darstellen. Innovationen wie Site Reliability Engineering (SRE) helfen, Reibungspunkte zu reduzieren, und ermöglichen Teams, das ITSM zu optimieren.
SRE spielt eine wichtige Rolle in der modernen Softwareentwicklung und trägt dazu bei, die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen sowie Hindernisse und Probleme mit der Zuverlässigkeit zu minimieren. Erfahre mehr über die Grundprinzipien und Säulen von SRE und welche Vorteile es deiner Organisation bieten kann.
Was ist Site Reliability Engineering (SRE)?
SRE ist eine Entwicklungsdisziplin, die Verfahren der Softwareentwicklung auf operative Arbeit anwendet, um zuverlässige, skalierbare Systeme zu erstellen und ihren Betrieb aufrechtzuerhalten. Es konzentriert sich auf die Verbesserung der Systemleistung durch Automatisierung, messbare Zuverlässigkeitsziele und kontinuierliche operative Verbesserung.
Ben Treynor, einer der ersten Führungskräfte hinter den SRE-Praktiken bei Google, beschreibt Site Reliability Engineering als Ergebnis davon, "wenn ein Softwareentwickler mit einer Aufgabe beauftragt wird, die früher 'Operations' genannt wurde."
Früher konzentrierten sich Entwicklungsteams darauf, neue Features schnell zu liefern, während Operations-Teams die Systemstabilität priorisierten. Diese Spannungen sorgten bei Release-Entscheidungen und im Bereich der Risikobereitschaft häufig zu Reibungen.
SRE führte einen strukturierteren Ansatz ein. Dazu wurden Zuverlässigkeitsziele definiert und messbare Schwellenwerte verwendet, um zu bestimmen, wann Änderungen sicher veröffentlicht werden können. Spezialisierte Reliability Engineers helfen dabei, sicherzustellen, dass Systeme die Leistungserwartungen erfüllen und kontinuierliche Innovation ermöglichen.
Wie Andrew Widdowson von Google SRE festgestellt hat, kann die Arbeit "intensiv wie beim Boxenstopp im Motorsport" sein, da Systeme kontinuierlich verbessert werden, aber dabei immer in Produktion bleiben.
SRE und herkömmliche IT-Operations und DevOps
Bei traditionellen IT-Operations liegt der Hauptfokus darauf, Probleme mit neuen Releases und die damit verbundenen Risiken zu minimieren. Teams sind anhand ihrer IT-Kenntnisse strukturiert – Netzwerkentwickler sind für das Netzwerk zuständig und so weiter. Obwohl dieses Modell in puncto Maximierung der Zuverlässigkeit effektiv ist, kann es Engpässe und Verzögerungen verursachen.
DevOps wurde als moderne Lösung für die Herausforderungen entwickelt, mit denen traditionelle IT-Operations-Teams konfrontiert sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen IT-Operations konzentriert sich DevOps auf Agilität und Effizienz durch Automatisierung. DevOps-Teams sind außerdem funktionsübergreifend, was ihnen mehr Flexibilität verleiht.
SRE ist die neueste Innovation, die darauf abzielt, Entwickler- und Operations-Teams zu verbinden. SRE optimiert die Zusammenarbeit zwischen den Teams durch Observability, Automatisierung und Anwendungsüberwachung. SRE-Teams messen die Anwendungsleistung anhand von Service Level Agreements (SLAs), Service Level Indicators (SLIs) oder Service Level Objectives (SLOs), um die Zuverlässigkeit sicherzustellen. Mitglieder des SRE-Teams können auch Codeprobleme identifizieren und beheben, daher ist Programmieren eine wichtige Kompetenz für SRE-Teams.
Schwerpunkt | Teamstruktur | Stärken | Einschränkungen | |
Herkömmliche IT-Operations | Stabilität und Risikominderung bei Releases | Spezialisierte Teams, die nach Funktion organisiert sind | Hohe Kontrolle und Zuverlässigkeit | Kann Silos, Engpässe und eine langsamere Bereitstellung verursachen |
DevOps | Agilität, Geschwindigkeit und Effizienz durch Automatisierung | Funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Operations | Schnellere Bereitstellung, höhere Flexibilität, engere Zusammenarbeit | Zuverlässigkeitspraktiken können sich zwischen Teams unterscheiden |
SRE | Zuverlässigkeit durch Entwicklung, Automatisierung und Observability | Entwickler, die Entwicklung und Operations miteinander verbinden | Höhere Zuverlässigkeit, messbare Serviceleistung, schnellere Incident Response | Erfordert technische Reife, klare Metriken und Programmierkenntnisse |
Wie funktioniert SRE?
SRE hat mehrere Grundpfeiler, die DevOps optimieren und dabei helfen, die Zuverlässigkeit von Software sicherzustellen. Ein genauerer Blick auf die Schlüsselaspekte von SRE kann dir helfen, das Verfahren effektiv in deine Organisation zu integrieren.
Messung: Zuverlässigkeit definieren und verfolgen
Messungen sind die Grundlage für SRE-Entscheidungen und liefern SRE-Teams wichtige Daten, mit denen sie die Zuverlässigkeit bei jedem Launch maximieren können. Wichtige Metriken:
Service Level Indicators (SLIs): SLIs wie Latenz, Verfügbarkeit, Durchsatz und Fehlerrate sind wichtige Metriken zur Messung der Systemzuverlässigkeit.
Service Level Objectives (SLOs): SLOs ermöglichen Teams, realistische Zuverlässigkeitsziele zu setzen, die auf der Benutzererfahrung basieren. Das hilft auch dabei, Leistungsziele mit betrieblichen Einschränkungen in Einklang zu bringen, um die Zuverlässigkeit von Software beim Release sicherzustellen.
Service Level Agreements (SLAs): SLAs sind externe Zuverlässigkeitsverpflichtungen, die normalerweise nicht so streng sind wie SLOs. SLOs sind strenger, da sie als Warnsystem für potenzielle Leistungsprobleme dienen und somit die Verantwortlichkeit gegenüber Kunden gewährleisten und für die beste Kunden-Experience sorgen.
Fehlerbudgets: Fehlerbudgets sind die zulässigen Ausfälle, die du in einem bestimmten Zeitraum haben kannst. Teams nutzen Fehlerbudgets, um das Entwicklungstempo zu steuern. Wenn das Fehlerbudget aufgebraucht ist, verlangsamt sich die Entwicklung. Mit einem gesunden Budget kannst du die Entwicklung beschleunigen und mehr Risiken eingehen.
Reaktion: Vorfälle und operative Last verwalten
Die Reaktion ist die strukturierte Art, wie SRE-Teams in Echtzeit mit Zuverlässigkeitsproblemen umgehen. Teams nutzen definierte Prozesse und standardisierte Frameworks, um das Vorfallmanagement zu optimieren:
Incident Response-Praktiken: Teams erstellen definierte Prozesse, Rollen und Eskalationspfade, um eine zeitnahe und konsistente Incident Response sicherzustellen. Jira Service Management (JSM) ermöglicht Teams, Vorfälle zu verwalten, zu eskalieren und bewährte Praktiken und Verfahren an einem zentralen Ort zu teilen.
Schweregrade und Priorisierung: Teams nutzen standardisierte Schweregradmodelle zur schnellen Bewertung der Auswirkungen und zur Bestimmung der Dringlichkeit einzelner Probleme. So können Teams Vorfälle anhand des Schweregrads priorisieren.
Bereitschaftsdienst: Nachhaltige Bereitschaftsdienste helfen, ein Gleichgewicht zwischen der Reaktionsfähigkeit eines Systems und der Produktivität und Gesundheit der Entwickler zu schaffen. Das beugt Burn-out vor und ermöglicht bessere Ergebnisse.
Erkenntnisse: Vorfälle in systematische Verbesserungen umwandeln
Wenn die Incident Response abgeschlossen ist, können Teams anhand von Erkenntnissen wiederkehrende Ausfälle verhindern und die Systemresilienz verbessern.
Post-Mortem-Analysen ohne Schuldzuweisungen: Wenn sich Teams auf systemische Ursachen von Problemen konzentrieren, anstatt auf individuelle Fehler, führt das zu einer effektiveren Problemlösung und unterstützt die psychologische Sicherheit des Teams.
Post-Mortem-Vorlagen und -Praktiken: Die Verwendung strukturierter Vorfall-Reviews schafft eine bessere Dokumentation und fördert umsetzbare Nachbereitungsaktivitäten. Mit der Post-Mortem-Vorlage in JSM kann dieser Prozess optimiert werden.
Wissensaustausch für mehr Zuverlässigkeit: Zentralisierte Seiten und Dokumente ermöglichen Teams, eine Wissensdatenbank aufzubauen und Erkenntnisse über Services und Organisationen hinweg zu skalieren.
Verbesserung: Zuverlässige Entwicklung skalieren
Verbesserung ist das langfristige Ergebnis ausgereifter SRE-Praktiken. Dabei handelt es sich um die Änderungen, die mit deinem Unternehmen wachsen können und langfristige Zuverlässigkeit gewährleisten.
Reduzierung von Routinearbeit: Durch die Ermittlung und Beseitigung repetitiver operativer Workflows wird Zeit eingespart, die Teams nutzen können, um sich auf wertvollere Entwicklungsaufgaben zu konzentrieren, sodass du keine wertvollen Ressourcen verschwendest.
Automatisierung und Standardisierung: Automatisierung verbessert die Systemkonsistenz, die Ausfallsicherheit und die operative Effizienz, da betriebliche Workflows optimiert und das Risiko menschlicher Fehler reduziert werden.
Kapazitätsplanung und Leistungsoptimierung: Ein präventiver Ansatz beim Design deines Systems kann häufige Probleme verhindern und nachhaltiges Wachstum unterstützen, sodass Systeme problemlos mit deinem Wachstum skalieren.
SRE effektiv durchführen
SRE kann ein effektives Tool sein, wenn es richtig eingesetzt wird. Die Einhaltung ordnungsgemäßer Verfahren und bewährter Praktiken erleichtert die effektive Implementierung von SRE.
Zuverlässigkeit zur gemeinsamen Verantwortung machen
Eines der Kernprinzipien von SRE besteht darin, die Zuverlässigkeit zu einer gemeinsamen Verantwortung zu machen. Wenn Entwicklungs- und Operations-Teams gemeinsam die Verantwortung für das Ergebnis eines Release tragen, arbeiten die Teams mit größerer Wahrscheinlichkeit produktiv zusammen, um eine Lösung für das vorliegende Problem zu finden.
Tools wie Fehlerbudgets spielen eine Schlüsselrolle bei der Abstimmung von Prioritäten und der Förderung der Zusammenarbeit. SLOs, SLIs und SLAs sind einfache Methoden zur objektiven Messung der Systemleistung und bieten Teams eine solide Grundlage für ihre Arbeit.
Die richtige Teamstruktur wählen
SRE-Teams können als zentralisiertes oder eingebettetes Team strukturiert werden. Beide Modelle haben ihre Vorteile.
Eingebettete SRE-Teams arbeiten innerhalb von Produktteams, wodurch sie ein besseres Verständnis für das Produkt erhalten. Das ermöglicht schnellere Reaktionszeiten. Zentralisierte SRE-Teams sind separate Teams, die organisationsweit arbeiten.
Hybride Teams bieten einen effektiven Kompromiss zwischen zentralisierten und eingebetteten SRE-Teams. Sie vereinen die Agilität eingebetteter SRE-Teams mit der Konsistenz zentralisierter Teams. Hybride Entwicklerrollen sorgen für zuverlässigere Systeme, da sie die Entwicklung beschleunigen und Zuverlässigkeitsprobleme reduzieren.
Unterstützung durch Führungskräfte aufbauen, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen
Zuverlässigkeit zu einer langfristigen Priorität zu machen und in den strategischen Entscheidungsprozess einzubetten, ist nicht so einfach wie die Erstellung eines SRE-Teams. Effektives, langfristiges SRE beginnt mit der Führungsebene.
Wenn sich die Führungskräfte dazu verpflichten, die Zuverlässigkeit zu verbessern, haben SRE-Teams Zugang zu den Ressourcen, die sie benötigen, um eine hohe Zuverlässigkeit sicherzustellen. Die Unterstützung durch die Führungsebene fördert auch einen kulturellen Wandel, der Zuverlässigkeit über schnelle Releases stellt und dafür sorgt, SRE-Praktiken in alle Aktivitäten einer Organisation zu integrieren.
Wann solltest du SRE einführen?
Wenn du überlegst, SRE einzuführen, sind hier einige Anzeichen dafür, dass dein Unternehmen bereit für den Wechsel ist:
Große Mengen an Ressourcen werden für manuelle, sich wiederholende Aufgaben aufgewendet, die zu Burn-out führen können.
Deine Kunden sind häufig unzufrieden mit der Leistung oder Ausfallzeiten, oder du verletzt SLAs.
Deployment-Zeiten sind langsam und Deployments führen oft zu Problemen.
Die Implementierung von SRE ist zwar eine effektive Methode zur Verbesserung der Zuverlässigkeit, du solltest jedoch folgende Herausforderungen beachten:
Kultureller Widerstand gegen Veränderungen
Schwierigkeiten bei der Personalbeschaffung oder Schulung
Umgang mit übermäßiger Arbeitsbelastung
Du kannst einige dieser Herausforderungen durch eine schrittweise SRE-Implementierung überwinden. Beginne mit weniger kritischen Pilotprojekten und implementiere Automatisierung, Fehlerbudgets und kontinuierliche Verbesserung, während du dich an die neuen Praktiken gewöhnst.
SRE-Praktiken aufbauen
SRE ist eine der wirkungsvollsten Methoden, um die Zuverlässigkeit zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Entwickler- und Operations-Teams zu optimieren. Die Verwendung von SLOs, SLIs und SLAs zur Messung der Systemleistung hilft dir dabei, Vorfälle zu reduzieren und die Kundenerfahrung zu verbessern. Außerdem können sich Entwickler vollständig auf die Innovation konzentrieren.
Wenn du bereit bist, SRE einzuführen, beginne zunächst mit einem kleinen Projekt, baue dein Team auf und konzentriere dich darauf, deine SRE-Praktiken zu präzisieren und kontinuierlich zu verbessern.
Du kannst dir ausführlichere Leitfäden zu SRE ansehen, um mehr über den Aufbau eines SRE-Teams zu erfahren. Oder lerne JSM kennen, um das Vorfallmanagement zu optimieren und die Zusammenarbeit zwischen Teams zu fördern.
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