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Toolkit für einen IT-Business-Continuity-Plan

Die wichtigsten Punkte

  • Ein IT-Business-Continuity-Plan hält kritische Systeme und Services bei Störungen am Laufen.

  • ITSCM, Disaster Recovery und breiteres Business Continuity Management dienen unterschiedlichen Zwecken und kommen zu unterschiedlichen Zeiten zum Einsatz, funktionieren aber am besten, wenn sie aufeinander abgestimmt sind

  • Vorlagen für Business-Impact-Analysen, die Verfolgung von RTO/RPO, Runbooks und die Kommunikationsplanung geben Teams einen Vorsprung beim Aufbau eines soliden Continuity-Programms

  • Automatisierung und KI erleichtern es, Risiken zu überwachen, Warnmeldungen auszulösen und die Wiederherstellungsbereitschaft zu überprüfen, ohne dass dafür hoher manueller Aufwand nötig wäre.

Wenn ein System ausfällt oder ein Cyberangriff erfolgt, reicht es nicht aus, einen Plan zu haben – du brauchst den richtigen Plan, mit den richtigen Tools und den richtigen Leuten, die sofort einsatzbereit sind. Ein IT-Business-Continuity-Plan (ITBCP) macht den Unterschied zwischen einem hektisch re-agierendem Team und seinem souverän agierendem Team aus. 

Die Sammlung von Service-Management-Vorlagen von Jira Service Management bietet IT-Teams sofort einsatzbereite Frameworks für die Continuity-Planung, Incident Response und mehr, damit du weniger Zeit damit verbringst, alles von Grund auf neu zu erstellen, und mehr Zeit für die Realisierung hast. 

Lies weiter, um Definitionen, Erklärungen zu Vorlagen, einen Framework-Vergleich und Hinweise zur Automatisierung zu finden, mit denen du dein Continuity-Programm stärken kannst – ganz gleich, ob du deinen ersten ITBCP erstellst oder einen bestehenden überprüfst.

Was ist ein IT-Business-Continuity-Plan?

Ein IT-Business-Continuity-Plan ist eine dokumentierte Strategie, die festlegt, wie eine Organisation ihre kritischen Technologiesysteme und Services während und nach einer Störung in Betrieb hält. Diese Störung kann ein Cyberangriff, eine Naturkatastrophe, ein Stromausfall oder ein schwerwiegender Systemausfall sein. Das Ziel ist nicht nur die Wiederherstellung, sondern die Aufrechterhaltung eines unterbrechungsfreien Geschäftsbetriebs.

IT-Service-Continuity-Management (ITSCM) ist ein Teilbereich der umfassenderen Business-Continuity-Methoden. Der Schwerpunkt bei ITSCM liegt speziell auf den Technologieservices, die Geschäftsfunktionen unterstützen, einschließlich Infrastruktur, Anwendungen, Daten und Supportprozessen, die auf Best Practices von ITIL und ITSM-Software basieren.

Diese drei Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Dinge:

  • IT-Business-Continuity-Plan: Konzentriert sich darauf, Systeme und Services während einer Unterbrechung verfügbar zu halten. Der Plan ist proaktiv und deckt Prävention, Vorbereitung und Reaktion ab.

  • Disaster Recovery (DR): Ein Teilbereich der Continuity-Planung, der sich speziell damit befasst, wie IT-Systeme und Daten nach einem Ausfall wiederhergestellt werden. DR ist reaktiv. und greift, nachdem etwas schiefgegangen ist.

  • Business-Continuity-Management (BCM): Das am breitesten angelegte Konzept der drei. BCM deckt die gesamte Organisation ab, nicht nur die IT, und umfasst neben der Technologie auch Personal, Prozesse, Einrichtungen und Kommunikation.

Wichtige ITSCM-Vorlagen und -Tools

Eine gute Continuity-Planung hängt davon ab, dass die richtige Dokumentation bereitsteht, bevor etwas schiefgeht. Die folgenden Vorlagen decken die wichtigsten Bestandteile eines IT-Business-Continuity-Plans ab. Atlassians Sammlung von Service-Management-Vorlagen ist ein solider Ausgangspunkt, und die Vorlage für IT-Service-Management wurde speziell entwickelt, um IT-Teams dabei zu helfen, ihre Service- und Continuity-Workflows vom ersten Tag an zu strukturieren.

Hier sind die Vorlagen, die jedes IT-Team griffbereit haben sollte:

Vorlage für Richtlinien und Geltungsbereich

Hilft dir dabei, Ziele, Abdeckung und Governance für dein Continuity-Programm festzulegen. Wenn diese Definitionen fehlen, herrscht oft Uneinigkeit darüber, was zum Umfang gehört, wenn eine Krise eintritt.

Business-Impact-Analyse (BIA)

Zur Bewertung kritischer Systeme, Anwendungen und ihrer Abhängigkeiten. Eine BIA sagt dir, was zuerst ausfallen wird, was das kosten wird und welche Teile am schnellsten wiederhergestellt werden müssen.

RTO-/RPO-Tabelle

Verfolgt für jedes System die Recovery Time Objectives (wie lange etwas ausfallen kann) und die Recovery Point Objectives (wie viel Datenverlust akzeptabel ist). 

Kommunikationsplan

Umfasst vordefinierte Kontakte, Eskalationspfade und Nachrichtenprotokolle. Klare Kommunikationswege während eines Ausfalls sorgen für Klarheit und beschleunigen die Lösung.

Disaster-Recovery-Testplan / Ablaufplan für Planspiele

Beinhaltet ein strukturiertes Test-Framework, um die Wiederherstellungsbereitschaft zu überprüfen. Mit regelmäßigen Tests deckst du die Defizite auf, bevor es ein echter Vorfall tut.

Runbook-Struktur

Ein operatives Playbook für die Reaktion auf Vorfälle, Ausfälle und Systemfehler. Ein gutes Runbook leitet die Einsatzkräfte Schritt für Schritt an, damit sie nicht unter Druck bei Null anfangen müssen.

ITSCM vs. DR vs. BCM vs. Major-Incident-Management

Diese vier Frameworks überschneiden sich, was zu Missverständnissen führen kann, besonders wenn die Krise sich entwickelt und Teams unsicher sind, wer wofür zuständig ist. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung der Frameworks:

FRAMEWORK

Fokus

Umfang

Zeitpunkt

Ziel

Wann verwenden / Überschneidungen

IT Service Continuity Management (ITSCM)

Wartung und Wiederherstellung von IT-Services

IT-Systeme und -Services

Laufend und proaktiv

Sicherstellen, dass die IT-Services eine Störung mit minimalen Auswirkungen überstehen

Die Grundlage deines IT-Continuity-Programms. Überschneidet sich mit DR bei der Wiederherstellungsplanung und mit BCM bei der Risikobewertung.

Disaster-Recovery-Tests (DR)

Wiederherstellung von IT-Systemen und Daten nach einem Ausfall

Infrastruktur, Anwendungen und Daten

Reaktiv; durch ein Ereignis ausgelöst

Systeme so schnell wie möglich wieder online bringen

Verwenden, wenn ein Ausfall aufgetreten ist und Systeme wiederhergestellt werden müssen. DR-Pläne werden durch ITSCM gestützt und bei größeren Vorfällen aktiviert.

Business Continuity Management (BCM)

Aufrechterhaltung des reibungslosen Betriebs der gesamten Organisation

Personal, Einrichtungen, Prozesse und Technologie

Strategisch und langfristig

Dafür sorgen, dass das gesamte Unternehmen auch unter widrigen Bedingungen betriebsfähig bleibt.

Auf Organisationsebene verwenden, wenn eine Störung nicht nur die IT betrifft. BCM umfasst ITSCM und DR als Komponenten einer umfassenderen Strategie.

Management von größeren Vorfällen

Behebung von IT-Ausfällen mit großem Wirkungsradius in Echtzeit

Ein einzelner Vorfall

Sofort

Den normalen Service schnell wiederherstellen und klare Kommunikation mit den Stakeholdern ermöglichen

Verwenden, wenn sich ein kritischer Vorfall gerade aktiv entwickelt. Löst DR-Runbooks aus und informiert Überprüfungen nach einem Vorfall, die zur Verbesserung der ITSCM-Pläne dienen.

In der Praxis greifen diese Frameworks ineinander und funktionieren nicht unabhängig voneinander. ITSCM liefert Informationen für die DR-Planung. Die DR fließt in das BCM ein. Und das Vorfallmanagement aktiviert die DR-Runbooks, wenn ein schwerwiegendes Ereignis eintritt. Die Überschneidung ist beabsichtigt. Wichtig ist, dass du weißt, welches Framework zu einem bestimmten Zeitpunkt anzuwenden ist.

IT-Business-Contuinity mit Automatisierung und KI modernisieren

Manuelle Continuity hat ihre Grenzen. Diese Prozesse sind langsam, inkonsistent und stark davon abhängig, wer gerade verfügbar ist, wenn etwas schiefgeht. Automatisierung und KI eröffnen neue Möglichkeiten und IT-Teams, die sich damit befassen, können mit geringerem Aufwand widerstandsfähigere Programme aufbauen.

Dies sind die Bereiche, in denen Automatisierung den größten Wert liefert:

  • Automatisierte Überwachung und Warnmeldungen: Richte eine Echtzeitüberwachung für den Systemzustand, Leistungsschwellenwerte und Anomalien ein. Automatisierte Warnmeldungen informieren dein Team über einen möglichen Fehler/Defekt, bevor er einen vollständigen Ausfall verursacht.

  • Backup-Automatisierung: Geplante, automatisierte Backups verringern das Risiko menschlicher Fehler und stellen sicher, dass deine Recovery Point Objectives eingehalten werden. Kombiniere dies mit einer automatisierten Validierung, damit du weißt, dass die Backups auch verwendbar sind.

  • KI-gestützte Auswirkungsanalyse: KI-Tools können Systemabhängigkeiten analysieren und die nachgelagerten Auswirkungen eines Ausfalls schneller modellieren als jeder manuelle BIA-Prozess. Das ist besonders nützlich für komplexe Umgebungen mit Hunderten von Abhängigkeiten.

  • Prädiktive Tests: Anstatt auf die vierteljährlichen Planspiele zu warten, kann KI Ausfallszenarien fortlaufend simulieren und Schwachstellen in deinem Wiederherstellungsplan hervorheben. Anstatt einzelner Testtermine wird deine Umgebung so fortlaufend getestet.

  • Automatisierung zur schnelleren Wiederherstellung: Runbooks können teilweise oder vollständig automatisiert werden, sodass bei Auslösung eines Vorfalls die ersten Wiederherstellungsschritte sofort erfolgen, ohne darauf zu warten, dass ein Mensch den Prozess startet.

Automatisierung kann gute Planung nicht ersetzen, aber unterstützen. Die erfolgreichsten Teams sind jene, die ausgehend von guten Vorlagen und Prozessen Automatisierungsoptionen hinzufügen, um ihren manuellen Aufwand zu reduzieren. Kontinuierliche Verbesserung gehört zu diesem Modell dazu. Jeder automatisierte Test und jede Warnmeldung liefert neue Daten, die du nutzen kannst, um deinen Plan immer weiter zu verfeinern.

Nutze die Vorteile deines IT-Continuity-Kits

Jira Service Management bietet IT-Teams eine zentrale Plattform, um Planspiele zu koordinieren, den Fortschritt der Wiederherstellung zu verfolgen und den gesamten Lebenszyklus von Continuity-Maßnahmen zu verwalten. Mit integrierten Vorfallmanagement-Tools und anpassbaren Workflows bildet JSM das operative Rückgrat deines IT-Business-Continuity-Plans und bringt alle Personen, Prozesse und Dokumentationen zusammen, die dein Continuity-Programm ausmachen.

Verwende diese Seite als Referenzpunkt, um dein Continuity-Programm zu erstellen oder zu aktualisieren. Die Vorlagen, Frameworks und Anleitungen hier sind so konzipiert, dass sie zusammen funktionieren. Beginne mit dem, was am dringendsten ist, ob das nun eine BIA, ein Kommunikationsplan oder eine RTO/RPO-Tabelle ist, und baue darauf auf. Das Ziel ist ein Programm, das zuverlässig funktioniert, wenn es darauf ankommt.

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